Awiva Blog

Deniz Yücel - der Terrorist des Wortes ist frei

Seit der Verhaftung von Deniz Yücel ist wohl kaum ein Tag vergangen, an dem nicht Medien oder Politiker an die Inhaftierung des Journalisten erinnert und seine Freilassung gefordert hatten.Nun ist er frei und selbige Medien oder Politiker versinken im Freudentaumel, Liveticker werden ge-timelined, Deniz Yücel ist frei, Deniz Yücel verlässt das Gefängnis, Deniz Yücel wird von seiner Frau begrüßt, mit Petersilie (!), Deniz Yücel besteigt das Flugzeug, das deutsche Charterflugzeug (auf Steuerzahlerkosten???) landen in Berlin.

So Mancher wird sich verwundert die Augen reiben. Deniz Yücel - wer ist das?

Zeit für etwas Hintergrundinformation:

Yücel und Joachim Gauck

Joachim Gauck ist bekanntermaßen eine Hassfigur für Menschen, deren politische Heimat weit rechts der CDU - CSU liegt.Yücel wiederum ist zu 100% das Gegenteil von rechts.Trotzdem begleitete Yücel im Februar 2012 die Nominierung Joachim Gaucks mit so unsäglicher Kritik, dass selbst das links-grüne Urgestein Jürgen Trittin (!!!) sich dazu hinreißen ließ, diese Kritik als "Schweinejournalismus" abzukanzeln.Der ebenfalls wohl über jeden Zweifels der Rechtslastigkeit erhabene Blogger und Journalist Sascha Lob versah Yücels Kritik mit den wenig schmeichelhaften Worten: "... auf unredliche Weise ..."

.Yücel und Thilo Sarrazin

Über Thilo Sarrazin kann jeder seine Meinung haben. Ihn aber als "lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur" zu bezeichnen, geht entschieden zu weit. Mely Kiyak, Schriftstellerin und Journalistin, tat's. War sich laut eigener Aussage nicht bewusst, dass "lispelnd, stotternd und zuckend" die Ursache in Sarrazins halbseitiger Gesichtslähmung aufgrund eines Schlaganfalls haben. Und entschuldigte sich - mehr oder weniger.Yücel wiederum ging diese halbherzige Entschuldigung zu weit. Sein Konter: man kann Sarrazin "nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten". Der Deutsche Presserat sprach ihm dafür im Dezember 2012 eine Missbilligung aus.

Yücel und die christliche Kirche

Der Wechsel des Papstes 2013 vom deutschen Papst Benedikt XVI. zum argentinischen Papst Franziskus bezeichnete er in der taz unter dem Titel "Junta-Kumpel löst Hitlerjunge ab".

Yücel und Deutschland

Ironischerweise ist Yücels Meinung über das Land, ohne dessen Hilfe er wohl vorerst weiter im türkischen Knast sein Leben fristen dürfte, doch - gelinde gesagt - gespalten. Anschaulich u.a. in seiner Taz-Kolumne von 2011 (taz- 4.8.2011 - von Deniz Yücel).Zur Beachtung: Weggelassen wurden im Folgenden nicht etwa weniger hetzerische Inhalte. Die Kolumne ist eine einzige Hassrede - vom ersten Buchstaben bis zum letzten Punkt:

"Super, Deutschland schafft sich ab! - In der Mitte Europas entsteht bald ein Raum ohne Volk. Schade ist das aber nicht. Denn mit den Deutschen gehen nur Dinge verloren, die keiner vermissen wird....Besonders erfreulich: Die Einwanderer ... leisten ihren (freilich noch steigerungsfähigen) Beitrag zum Deutschensterben....Noch erfreulicher: Die Ossis schaffen sich als Erste ab....Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite....Nun, da das Ende Deutschlands ausgemachte Sache ist, stellt sich die Frage, was mit dem Raum ohne Volk anzufangen ist... Palästinensern, Tuvaluern, Kabylen und anderen Bedürftigen schenken?... Oder lieber in einen Rübenacker verwandeln? Egal. Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal."

Claudia Pechstein - Weiter so!

Claudia Pechstein hatte eigentlich schon Übermenschliches in ihrem Sportlerinnenleben erreicht.

Nun kommt der 8. Platz bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang hinzu.

Enttäuschung? Für sie - vielleicht.

Für ihre Fans, Anhänger und Bewunderer. Und, vor allem, für den objektiven Sportsfreund? Mitnichten!

Ist sie um die 20 Jahre wie ihre Mitkonkurrenten? Nein, fast 46. Für Leistungssportler bereits Rentenalter. Oder wie es n-tv in seiner uncharmanten Art und Weise ausdrückt: Eis-Uroma Pechstein (15.02.2018 n-tv.de).

Hat sie die Unterstützung des Sportapperates? Nein, im Gegenteil. Nur Schikanen, finanzielle Vernichtungsfeldzüge und so weiter.

Was sie unter diesen Umständen erreicht hat, ist wirklich übermenschlich. Und ja, sicherlich, sie hatte einen schlechten Tag erwischt. Wie andere Sportler auch, deutsche ebenso - siehe Rebensburg, Dreßen, Loch.

Respekt wäre angebracht. Stattdessen kippt die Mediengruppe RTL Deutschland durch N-TV.de kübelweise Schmutz über die verdiente Sportlerin aus.

Unter der Überschrift "Eislauf-Klatsche & Doping-Wut * Pechstein vergeigt es - und blafft genervt" pestet der Autor Tobias Nordmann was von "schmerzhafte Eislauf-Watsch'n." usw. (16.02.2018 - https://www.n-tv.de/sport/olympia/Pechstein-vergeigt-es-und-blafft-genervt-article20290625.html).

Liegts daran, dass sie aus der DDR kommt. Oder daran, dass sie sich mit dem übermächtigen Funktionärskaste angelegt hat?

Keine Ahnung, welche Leute da warum auch immer dem Autor den feindlichen Grundtenor ins Blatt diktiert haben. Bei RTL / N-TV muss man aber sicherlich nicht lange nachforschen, um eine Antwort zu finden.

Während die Schmierfinken und andere Kritiker mit Wohlstandbauch in jenem Alter schon pusten, wenn sie früh zur Kaffeemaschine "joggen" oder sie nach dem jährlichen Firmensportfest abends am Grill mit nem Bierchen in der Hand ihren 16-Sekunden-100-Meter-Persönlichen-Rekord herausposaunen, läuft diese Frau sportlich in einem anderen Universum.

Der Trost, dass sie heute nicht auf dem Podest stand: Sie bleibt uns als Leistungssportlerin erhalten. Da bin ich mir sicher!