Lügenpresse - die Gleichschaltung von Medien hat System

Lügenpresse: dieses politischen Schlagwort ist eigentlich durch die Benutzung in der NS-Diktatur diskreditiert. Und diejenigen, dies sich heutzutage durch die Bezeichnung "Lügenpresse" angegriffen fühlen, versuchen reflexartig die Benutzung des Wortes unter Verweis auf dessen historische Verwendung zu unterbinden.
Entweder unterstellen sie dem Benutzer des Wortes eine Nähe zum Nationalsozialismus oder zumindest die vorhandene Dummheit, den historischen Kontext nicht zu kennen.

Das wiederum ist geschichtswissenschaftlich nicht haltbar, denn "Lügenpresse" war nicht zuallererst und nicht einzig ein Schlagwort der Nationalsozialisten.
Bereits vorher und dann vor allem im Ersten Weltkriegs war das Wort bereits gebräuchlich. Und in der DDR gab es wohl wöchentlich Worte wie "BRD-Lügenpresse", "Lügenpresse des Springer-Verlages" usw.
zu lesen und zu hören. Auch aus Richtung der BRD wurden gelegentlich gewisse DDR-Medien als Lügenpresse bezeichnet. Obwohl beide Seiten das Wort "Lügenpresse" politisch motiviert verwendeten, hatte die Verwendung des Wortes auf beiden Seiten sicherlich einige Berechtigung.

Wir werden das Wort Lügenpresse verwenden, denn kein Wort beschreibt treffender die zunehmende Verwendung von Lügen, Halbwahrheiten und Ignoranz von Wahrheit in der Medienlandschaft von Deutschland.

Wie definieren wir nun Lügenpresse?

Ein einzelnes Medium (Zeitung, Radiosender, TV-Sender o.ä.) lügt relativ häufig.
Zum Beispiel um durch eine sensationelle Schlagzeile mehr Leser anzulocken. Beispiel: "Krebs besiegt" als Riesenschlagzeile, um im zugehörigen kleingedruckten Beitrag dann diese Aussage stark zu relativieren.
Schalten große Anzeigekunden teure Werbungen, ist oft in der Nähe dieser Anzeige eine "den Anzeigenkunden unterstützende" Berichterstattung zu beobachten.
Halbwahrheiten und Lügen werden gedruckt, weil sie sich in den jeweiligen Fällen besser "verkaufen" lassen. Wahrheiten werden weggelassen, weil sie vermeintlich uninteressant sind.
Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen, aber die Medien lügen eben manchmal, das gehört zum Geschäft.

Interessant wird es aber dann, wenn ein relevanter Anteil von Medien zu bestimmten wichtigen Themen quasi wie gleichgeschaltet Stellung bezieht.
Oder ein relevanter Anteil von Medien zu bestimmten wichtigen Themen überhaupt keine Stellung bezieht bzw. nur in einem Umfang, der in keinen Verhältnis zur Bedeutung des Themas steht.
Dabei spielt auch keine Rolle, ob einzelne Medien dem nicht folgen. Entscheidend ist, dass ein relevante, signifikanter Teil der Medien sich derart verhält.

Was sind die Gründe dafür?

Zeitdruck? Ungeprüfte Übernahme von Nachrichten anderer Medien? Manchmal schon. Aber nicht immer.

Die Hintergründe der Gleichschaltung sind äußerst komplex und von Thema zu Thema durchaus unterschiedlich.