Gastkommentare zum Mindestlohn

Mindestlohn - Pro & Contra - Deine Meinung zählt


Thema: Argumente
Mindestlohn - der Markt und die Gewerkschaften
"Ein gesetzlicher Mindestlohn ist überflüssig, denn der Markt regelt das" , "Ein gesetzlicher Mindestlohn ist nicht notwendig, weil es in Deutschland starke Gewerkschaften gibt" - die Argumente der Mindestlohn-Gegner sind vielfältig. Die meisten dieser Argumente werden aber bei genauerer Betrachtung pulverisiert!
Ein Kommentar von A.N.

3 Kommentare zum Thema Mindestlohn - Pro & Contra

Ziggy - 30.09.2016
Mindestlohn Gastronomie
In einem Gastronomiebetrib in dem ich gearbeitet habe, wird nicht mal der Mindestlohn bezahlt. Mein vorheriger Arbeitgeber wollte sogar noch an den Mahlzeiten während der Arbeit/Pause mit verdienen. Vom Lohn wurde dann alles abgezogen, manchmal wurde nicht gezahlt, dann zu wenig. Urlaub wurde nicht bezahlt und die Arbeitszeit umfasste 9-10 Stunden am Tag. Wenn der Lohn mal vollständig bezahlt wurde, war das mit Mehrarbeit verbunden, natürlich unentgeltlich.

Hier mal die Rechnung des "Chefs":
1.300 € : 30 Tage = 43,33 € Verdienst am Tag
43,33 € : 10 Stunden = 4,33 € Stundenlohn
Differenz zum Mindestlohn: 4,17€ zu wenig pro Stunde

Überstunden waren Pflicht, Einkaufen, Reinigen, Kunden bedienen uvm. Im Grunde alles gemacht und total unterbezahlt.
Essen und Getränke wurden zum Kartenpreis voll abgerechnet.

Es sollte mehr kontrolliert werden und diesen speziellen meist ausländischen Betreibern mal die Gesetzeslage aufgezeigt werden. Stand der Dinge nach einer Kündigung durch mich wurde mir für den Zeitraum von 3 Monaten die Hilfe des Jobcenters verweigert, da ich gekündigt habe. Die Hintergründe störten da niemanden. Es sollte mehr auf die Umstände einer Kündigung Rücksicht genommen werden an den Jobcentern. Auf Grund dieser Arbeitsbedingungen war es mir nicht mehr möglich, dort zu bleiben, da alle Einigungsversuche mit dem Arbeitgeber gescheitert waren.

Traurige Welt, Arbeiten wie ein Pferd und Lohn wie ein Ponny besonders in der Gastronomie

F.F. - 09.07.2016
vorheriger Kommentar fernab jeder Realität
Gerade im Wachgewerbe kenne ich mehrere Personen, für die der Mindestlohn ein Fortschritt darstellt. Und das nicht in der Theorie, sondern fassbar also real. Eine dieser Personen ging vollzeit als Pförtner arbeiten und musste nebenbei noch Flaschen sammeln, um im Leben durchzukommen. Das Argument der Gewerkschaften kann wirklich nur ein Witz sein. Zum einen sind diese längst nicht mehr so stark, wie sie sein müssten und zum anderen arbeiten abermillionen Deutsche in Leih/Zeit oder Arbeitnehmerüberlassung. Auch die vielen Arbeiter in Kleinunternehmen haben keine Interessenvertretung.

Ann-Marie - 08.07.2016
Mindestlohn fördert mehr Schwarzarbeit
Ich bekomme immer mehr mit, dass die gierigen Arbeitgeber das Personal lieber schwarz anstellen um nicht den Mindestlohn zahlen zu müssen. Für die geringen Hartz IV Bezüge ein idealer Platz um hier ein paar Euro hinzu zu verdienen. Hartz IV reicht einfach nicht aus um Überleben zu können. Die Tafel hilft da auch nicht immer, wenn die Leute zur Tafel nicht hinkommen um was abzuholen, weil sie das Fahrgeld nicht haben. Es wäre nicht schlecht, wenn es noch Essensgutscheine für Lebensmittelhändler geben würde. Selbstverständlich nur gegen Lebensmittel einzutauschen und nicht für Alkohol oder Zigaretten. Für Schulsachen, Ausflüge, Klassenfahrten sollten extra Gelder zur Verfügung gestellt werden. Bei Kinderhort sollte das Essen frei sein, damit die Kinder wenigsten 1x am Tag zur Verfügung gestellt bekommen. Die Mindesteinkommensgrenze sollte der Realität angepasst werden vielleicht dann können wir was gegen die Schwarzarbeit tun. Mindestarbeitslohn kann dann endlich bezahlt werden aber selbst davon kann man nicht wirklich leben, keine Ausnahmen. Die Ausbeute der Arbeitgeber sollte endlich aufhören.




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